Weinbergslagen und Rebsorten

Weinlagen-Saale-Unstrut

Die hohe Kunst des Winzers zeigt sich nicht beim Keltern, sondern in der Harmonie zwischen Terroir und Rebsorten. Nur wenn die natürlichen Vorgaben wie Bodenbeschaffenheit und Klima perfekt auf das Potenzial der Trauben abgestimmt sind, entstehen Weine mit ausgeprägter Persönlichkeit.

Weinbergslagen

  • Gosecker Dechantenberg

    Größe: 3,5 ha
    Bodenart: Buntsandsteinverwitterungsboden, durch anthropogene Eingriffe (Terrassenweinbau) entstandene sandig-schluffige Auffüllungsböden auf klüftig roten Sandsteinen
    Lage: volle Südlage
    Besonderheiten: älteste durchgehend bewirtschaftete Terrassenanlage in Saale-Unstrut, Dichtpflanzung
    Rebsorten: André, Grüner Silvaner, Weißer Riesling, Weißer Burgunder, Blauer Portugieser

    Lassen Sie sich von unserem eleganten Grünen Silvaner überzeugen

  • Eulauer Heideberg

    Größe: 10 ha
    Bodenart: deluvialer Lösslehm über einer glazifluviatilen Kiesablagerung, in größeren Tiefen folgen Ton- und Mergelsteine des Oberen Buntsandstein
    Lage: reine Südlage
    Rebsorten: Müller-Thurgau, Dornfelder, Grauer Burgunder, Blauer Zweigelt, André

    Erleben Sie unsere Rotweinrarität André

  • Naumburger Paradies

    Größe: 17 ha
    Bodenart: tiefgründiger Lösslehmboden
    Lage: Südwestlage mit mäßig geneigten Hängen
    Besonderheiten: ehemalige Versuchsanlage der Biologischen Reichsanstalt für Rebenzüchtung Naumburg/Saale
    Rebsorten: Weißer Gutedel, Roter Traminer, Weißer Burgunder, Grüner Silvaner, Müller-Thurgau, Bacchus, Kerner, Dornfelder

    Erleben Sie unseren fruchtigen Roten Traminer

  • Pfortenser Köppelberg

    Größe: 7,5 ha
    Bodenart: Auf der Bergspitze: Bodenformation durch einen Kiesterrassenrest geprägt. An den Bergflanken: geringmächtiger, skelettreicher und stark kalkhaltiger toniger Lehmboden
    Lage: überwiegende Südlage und mäßig geneigte Hänge
    Besonderheiten: ältester Weinberg von Kloster Pforta an Saale und Unstrut, erstmals 1154 urkundlich erwähnt, heute Demonstrationsweinberg für autochthone Raritäten
    Rebsorten: Grauer Burgunder, Weißer Burgunder, Müller-Thurgau, Weißer Elbling, Blauer Silvaner, Weißer Heunisch, Weißer Riesling, Blauer Portugieser

    Probieren Sie doch unseren Grauen Burgunder

  • Saalhäuser

    Größe: 10 ha
    Bodenart: durch tiefgründigen, skelettreichen und stark kalkhaltigen Gehängeschutt geprägter Boden
    Lage: Südwestlage mit mäßig geneigten bis steilen Hängen
    Besonderheiten: Spitzenlage, mäßig geneigte bis steile Hänge (bis zu 50%), Bewirtschaftung der ältesten „Blauer Zweigelt“-Anlage Deutschlands
    Rebsorten: Weißer Riesling, Blauer Zweigelt, Blauer Spätburgunder, Grüner Silvaner, Weißer Burgunder, Versuchsfläche

    Probieren Sie unseren Blauen Zweigelt, Alte Reben

Rebsorten

  • André

    Die André-Rebe wird in Deutschland von derzeit nur drei Weingütern kultiviert, darunter das Landesweingut Kloster Pforta. Damit ist dieser exklusive Rotwein eine Rarität unter den deutschen Weinen. Er wurde aus den Rebsorten Blaufränkisch und Saint-Laurent in Mähren gezüchtet, benannt nach dem Naturwissenschaftler Christian Carl André. Angebaut auf den Buntsandsteinterrassen des Gosecker Dechantenberges trägt er unmittelbar zur Erhaltung der Kulturlandschaft, des Ökosystems Weinberg und des Landschaftsbildes bei. Sein tiefes Granatrot und die Fruchtaromen, kombiniert mit einem stabilen Säuregerüst spiegeln die gehobene Klasse dieser Weinspezialität wider. Genießen Sie den André beispielsweise zu Thüringer Sauerbraten oder zu herzhafter Wurst.
  • Bacchus

    Die weiße Rebsorte Bacchus erfreut sich in den vergangenen Jahren zunehmender Beliebtheit bei Kennern deutscher Weine. Als Namensträger diente der von den Römern als Bacchus bezeichnete griechische Weingott Dionysos. Er ist aus einer Kreuzung zwischen Grünem Silvaner x Riesling und Müller-Thurgau entstanden. Aus den frühreifen Reben des Bacchus entstehen würzig-aromatische und fruchtige Weine mit zurückhaltender Säure. Mit diesem Wein können Sie einen schönen Sonnentag auf der Terrasse doppelt genießen. Der Bacchus eignet sich aufgrund des bukettbetonten Weines auch zur kräftigen Küche, insbesondere zu gebratenen Fleischgerichten oder würzigem Schinken. Zu empfehlen ist dieser Wein generell für Liebhaber erfrischend sommerlicher Weißweine.
  • Blauer Portugieser

    Der Blaue Portugieser eignet sich durch seine frühe Reife speziell für anspruchsvolle Lagen. In Kloster Pforta gedeiht der Blaue Portugieser auf drei exzellenten Weinbergen: dem Pfortenser Köppelberg, den Terrassen des Gosecker Dechantenbergs und der „Ersten-Gewächs“-fähigen Lage des Freyburger Edelackers. Der Blaue Portugieser bringt dichte Trauben mit schwarzblauen, dünnhäutigen Beeren hervor. Sie bilden zarte Tannine und eine angenehme Säure aus, die in einem leichten und bekömmlichen Rotwein mit Nuancen von Wildfrüchten und Waldbeeren münden. Er gilt als angenehm süffig, frisch und vollmundig. Dieser rubinrote Wein ist ein angenehmer Begleiter zu milden Grillgerichten und Lamm, aber auch zu einem guten Buch am Abend.
  • Blauer Silvaner

    Der Blaue Silvaner ist durch eine Mutation aus dem Grünen Silvaner entstanden, wobei sich die beiden Silvaner-Spielarten lediglich in der Beerenfarbe und dem Mostsäuregehalt unterscheiden. Er ist eine lokale Spezialität im deutschen Anbaugebiet. Nachgewiesenermaßen handelt es sich um eine im Saale-Unstrut-Gebiet beheimatete (autochthone) Rebsorte, die bereits im Mittelalter hier angebaut wurde. Wir kultivieren diesen selten gewordenen Wein auf dem Pfortenser Köppelberg. Die Weine wirken im Glas kräftiger, fruchtiger und extraktreicher als die seines grünen Verwandten. Sein rotgoldener Schimmer und der Duft nach reifen, gelben Früchten und einer frischen Kräuterwiese sind seine Stärken. Zu herzhaftem Altenburger Ziegenkäse und sächsischer Kartoffelsuppe genossen, zeigt der frisch-fruchtige Blaue Silvaner seine ganze Aromenvielfalt.
  • Blauer Spätburgunder

    Gilt bei den Weißweinen der Weiße Riesling als edelste Rebsorte, so trägt bei den Rotweinen der Blaue Spätburgunder diesen Titel. Die auch als „Pinot Noir“ oder „Blauburgunder“ bezeichnete Rebsorte gilt als Stammvater der Burgunderfamilie und wird in Deutschland auf etwa 11% der Gesamtrebfläche angebaut. Er entfaltet ein breites Spiel an Aromen und seine Tiefe und Komplexität eröffnen dem Genießer oft völlig neue geschmackliche Erfahrungen, seien es die würzigen Aromen von Waldfrüchten gepaart mit Tanninen aus dem Holzfass oder eine einfache, reintönige Frucht mit weicher Säure. Er passt zu herzhaften Speisen wie Wild oder Rindfleisch sowie zu Schokolade.
  • Blauer Zweigelt

    Seit 1983 kultivieren wir die österreichische Traube Blauer Zweigelt an Saale und Unstrut. Das Landesweingut Kloster Pforta bewirtschaftet damit die älteste Anlage Deutschlands. Diese Rebsorte ist eine Kreuzung zwischen Blaufränkisch und St. Laurent und bereits 1922 im österreichischen Klosterneuburg entstanden. Heute darf dieser körperreiche Wein als Klassiker der hiesigen Weinkarte bezeichnet werden. Im Glas präsentiert er sich mit kräftiger, tiefroter Farbe. Nach einem trockenen Auftakt stellen sich am Gaumen bemerkenswerte Fruchtaromen und ein ausgewogenes Säurepolster ein. Beachtlich ist schließlich der anhaltende Nachhall mit dem typischen Geschmack von Weichselkirsche. Eine besondere Empfehlung: Reichen Sie den Blauen Zweigelt zu Schokolade und erleben Sie die faszinierenden Geschmackswelten von Wein und Kakao.
  • Dornfelder

    Beim Dornfelder beginnt der Genuss für die Sinne bereits mit dem Einschenken. Im Glas schwenkt man einen Wein mit wundervoller violettroter Farbe. Er entfaltet nun sein charakteristisches, an rote Früchte erinnerndes Bukett. Geschmacklich präsentiert sich der Dornfelder als fruchtiger und von milder Säure geprägter Rotwein, der das Geruchsempfinden auch im Geschmack aufgreift. Lebhafte Aromen von Schwarzkirsche und Brombeere klingen am Gaumen noch lange nach. Der betont fruchtige Dornfelder fällt je nach Reife eher zart oder markant aus. Er passt gut zu Kurzgebratenem oder zu Vorspeisen und empfiehlt sich zu Pasta und kräftigem Käse.
  • Grauer Burgunder

    Der Graue Burgunder ist auch bekannt unter den Synonymen Ruländer und Pinot Gris. Die Haut seiner Beeren ist rötlich gefärbt, dennoch zählt er zu den Weißweinsorten. Er ist aus einer Mutation des Blauen Spätburgunders entstanden und gehört zur großen Familie der Burgunder. Am besten beschreibt man den Wein des Grauen Burgunders in einem Wort: facettenreich. Im Landesweingut Kloster Pforta wächst der im wahrsten Sinne des Wortes „ausgezeichnete“ Graue Burgunder an den sonnenverwöhnten Hängen des Pfortenser Köppelberges und dem Großjenaer Blütengrund. Harmonisch trifft er sich auch mit kräftigem Seefisch oder Pasta mit sahniger Sauce. Aufgrund seiner Fülle und dem wundervollen Schmelz wird er auch zu Kaninchen und leichteren Wildgerichten angeboten.
  • Grüner Silvaner

    Die genaue Herkunft des Grünen Silvaners liegt im Dunklen. Es ist bisher nur zweifelsfrei nachgewiesen, dass der Silvaner zum Ausgang des 17. Jahrhunderts aus Österreich nach Deutschland eingewandert ist und bis ins 19. Jahrhundert ein Klassiker der deutschen Weinkarte war. Als traditionelle Rebsorte hat der Grüne Silvaner in den letzten Jahren wieder vermehrt an Bedeutung gewonnen. Der Wein kann ausgesprochen vielfältige Buketts hervorbringen – sei es ein gelbfruchtiger, heuartiger Ton oder eine bestechende muskatähnliche Würze. Die geradlinige Säure unterstützt die mineralische, vom jeweiligen Terroir geprägte Nase des Weines. Auf wunderbar zurückhaltende Art unterstreicht er das Aroma leichter Sommergerichte und Fischspeisen.
  • Kerner

    Die weiße Rebsorte Kerner ist im Jahre 1929 durch eine Kreuzung zwischen Rotem Trollinger und Weißem Riesling entstanden. Lange war sie unter der Bezeichnung „Weißer Herold“ bekannt, zurückgehend auf den württembergischen Züchter August Herold. Der „kleine Verwandte“ des Rieslings offenbart schon im Glas so manche Charaktereigenschaft seiner Herkunft. Strohgelb in der Farbe und klassisch säurebetont erinnert der Kerner stark an den Weißen Riesling. Getrunken wird der Kerner gern als erfrischender Terrassenwein, und mit seiner lebendigen Säure eignet er sich auch für eine Schorle. Halbtrocken ausgebaute Variationen passen gut zu Fisch und gedünstetem Gemüse, zu sommerlichen Salaten oder Geflügel.
  • Müller-Thurgau

    Der Müller-Thurgau ist nach dem Riesling die Rebsorte, die am häufigsten in Deutschland vorkommt. Sie wurde 1882 von Prof. Dr. H. Müller an der Lehranstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau in Geisenheim gezüchtet. Als Besonderheit des Müller-Thurgaus von Saale und Unstrut sei seine vergleichsweise stark akzentuierte Säure in Harmonie mit einem feinfruchtigen Muskataroma genannt. Diese Eigenschaften ergeben einen frischen und natürlichen Weißwein, der besonders in jungen Jahren reizvolle Eindrücke hinterlässt und gerne als Terrassenwein getrunken wird. Seine milde Säure macht ihn zum idealen Begleiter von kalten Platten oder frischen Salaten. In Kombination mit hellen, leichten Speisen zeigt er seine Stärke als harmonischer Essensbegleiter.
  • Roter Traminer

    Eine der ältesten noch verbreiteten Rebsorten und eine typische Rebe der nördlichen Anbaugebiete ist der Rote Traminer. Bereits im 15. Jahrhundert wurde er als Messwein in den Klöstern geschätzt. Die namentliche Verwandtschaft mit dem Südtiroler Ort Tramin weist auf den Ursprung seiner Verbreitung im deutschsprachigen Raum hin. Aus den festen, rötlich eingefärbten Trauben mit zumeist hohen Oechsle-Graden entwickeln sich aromatische und sinnliche Weine von goldgelber Farbe, deren Düfte an zarte Rosen oder Akazienhonig erinnern. Der würzig-fruchtige Geschmack macht den Roten Traminer zu einer ausgewählten Besonderheit für jeden Weinliebhaber. Traminer-Weine eignen sich hervorragend zu Pasteten und einem festlichen Abendessen.
  • Weißer Burgunder

    Der Weiße Burgunder fand im 17. Jahrhundert Einzug in die Weinberge des Burgunds. In den folgenden Jahrhunderten verbreitete er sich von dort aus in alle anderen europäischen Anbaugebiete. An Saale und Unstrut findet der Weiße Burgunder ideale Anbaubedingungen. Das macht ihn zur Leit-Rebsorte der Region. Erst 1871 wurde der Name „Weißer Burgunder“ festgelegt, davor hieß die Sorte „Weißer Klevner“. Die Weine des Weißen Burgunders sind bei einem feinen Bukett aromatisch, vollmundig und extraktreich. Die Sorte ist für den trockenen Ausbau besonders geeignet. Wegen seiner dezenten Aromen eignet sich der Wein hervorragend zu Wild, Kaninchen oder Geflügel.
  • Weißer Elbling

    Der Weiße Elbling war vermutlich in Kombination mit dem Weißen Heunisch im Mittelalter die Basis des Hunnischen Weines und gilt als älteste Rebsorte Europas. Die Ausbreitung des weniger säurereichen Grünen Silvaners und des Gutedels ab dem 17. Jahrhundert drängten den Anbau des Weißen Elblings zurück. Im Landesweingut Kloster Pforta gelangt diese traditionelle Rebsorte im ökologischen Anbau am Pfortenser Köppelberg nun zu neuer Blüte. In Kloster Pforta entstehen aus den fruchtigen Elblingweinen spritzig-frische Sekte, die ideale Begleiter für festliche Anlässe und gesellige Runden sind.
  • Weißer Gutedel

    Der im romanischen Sprachraum als „Chasselas“ bekannte Weiße Gutedel hat eine lange Historie. Verschiedene Quellen weisen nach, dass er bereits von den alten Ägyptern kultiviert wurde. Wahrscheinlich fand er seinen Weg im 16. Jahrhundert von Palästina über Konstantinopel nach Burgund. Diese altehrwürdige Rebsorte bringt leichte, ansprechende Weine hervor. Den Geschmack des Weißen Gutedels prägen zurückhaltende Muskatnuancen und Empfindungen von natürlicher, fruchtiger Säure. Er empfiehlt sich als charmanter Begleiter zu leichtem Salat oder einem frühsommerlichen Spargelmenü.
  • Weißer Heunisch

    Der Weiße Heunisch war die verbreiteteste Rebsorte Mitteleuropas bis zum 19. Jahrhundert. Sie entsprach den Anforderungen ihrer Zeit: ertragsreich und durch die späte Blüte sehr frostsicher. Allerdings liefert sie nur bei Vollreife und hohem Qualitätsmanagement akzeptable Qualitäten, weswegen sie auch nach der Reblauskatastrophe zusehends den heute bekannten Rebsorten gewichen ist. Dennoch haben Untersuchungen gezeigt, dass der Heunisch im Genpool von über 75 Rebsorten vertreten ist, darunter beim Riesling oder Chardonnay. Bei Kloster Pforta erlebt der Heunisch auf dem Hausberg des ehem. Klosters - dem Pfortenser Köppelberg - seine neue Blüte. 2010 wurden dort 1.000 Stock dieser alten Rebsorte gepflanzt. Im Jahr 2013 wird es das erste Mal einen Weißen Heunisch zu kosten geben: als Ausdruck unserer Verbundenheit mit der hiesigen Kulturlandschaft und ihrer Herkunft.
  • Weißer Riesling

    Der Weiße Riesling bringt so einzigartige Weine hervor, dass er allgemein als die weltweit hochwertigste Weißweinsorte angesehen wird. Im Mittelpunkt dieses Weins steht die Säure. Um sie herum vermag der Weiße Riesling sein breites Spektrum an Aromen zu entfalten. Es reicht von filigranen Zitrusnoten über lebhafte Mineralität bis hin zu vollreifen gelben Früchten, wie Pfirisch oder Mango. Halbtrockene Rieslinge harmonieren hervorragend mit der asiatischen Küche und gefallen zu frischem Obst. Die trockene Variante eignet sich zu leichten Speisen, allerdings nicht zu Sahnegerichten. Weine im oberen Prädikatsbereich (Auslesen, Eiswein) können auch als Aperitif oder Dessertwein gereicht werden.